Die Kieferninseln von Marion Poschmann


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Poschmanns Roman ist einer der ruhigeren Sorte, einer, auf den man sich einlassen muss. Für einen Japan-Fan wie mich ist das Setting natürlich sehr reizvoll. Poschmann gibt nicht alle Geheimnisse ihres Textes frei, einiges bleibt unter dichtem Nebel verborgen, mit einer Andeutung ins Mystische versehen, hier wird nicht alles auserzählt. 

Am Anfang stürzte ich fast kopfüber in den Roman hinein – denn es ging so schnell los, dass sich bei mir zunächst leise Verwirrung breit machte. Der hastige Aufbruch von Gilbert Silvester, seines Zeichens Privatdozent und Bartforscher, der nagende Verdacht, dass seine Frau ihn betrügt, das alles passiert in einer fließenden Bewegung und ich folge ihm auf seine Reise, deren plötzlichen Auslöser ich nicht unbedingt nachvollziehen kann.

Ab dann gerät der Roman in ruhigere Fahrwasser und offenbart damit gleichzeitig seine tiefste Stärke – die ruhigen, klaren Beschreibungen der japanischen Eigenheiten und Landschaften, die kleinen Beobachtungen und die damit einhergehenden Gedanken. Als Silvester auf den jungen Studenten Yosa Tamagotchi trifft und diesen von einem Selbstmordversuch abhält, verändert sich auch seine Reise. Er verspürt plötzlich eine Art Auftrag, die über seinen ursprünglichen Plan, einer Art Pilgerreise auf den Spuren des Dichters Basho, hinausgeht. Sein Fokus verlagert sich und er versucht innerhalb seines Denkens nun auch die Gefühlswelt Yosas, dessen stiller Begleiter ein Buch mit dem Titel Complete Manual of Suicide ist, zu verstehen und einzubeziehen, nicht ohne sie beide zueinander in Relation zu setzen.

Ein leiser Stich bleibt, als das Buch für mich ein wenig zu abrupt endet – und doch habe ich das Gefühl, dass es vielleicht genauso und nicht anders sein musste.

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