
In einer Art Vexierspiel spiegeln sich die drei Frauenfiguren fortwährend ineinander. Es wiederholen sich kleine Details in den unterschiedlichen Jahrzehnten, Gedanken scheinen dieselben zu sein oder doch ähnlichen Ursprungs. Kleine Zeichen tauchen hie wie dort auf, 1950 wird eine Geburtstagstorte mit gelben Rosen verziert, während der Neffe von Virginia Woolf 20 Jahre zuvor einer toten Amsel ein Totenbett richtet, das er mit gelben Rosen schmückt. In dieser Art gibt es viele kleine Hinweise, es ist fast wie bei einer Schnitzeljagd, bei der man die verschiedenen Verbindungen ausfindig machen will.
Nicht zuletzt sollte Virginia Woolfs Roman „Mrs Dalloway“ ursprünglich „The Hours“ heißen. Fein ausgedacht!
Dieses kunstvolle Gewebe ist leicht und voller Anmut, es schillert, betört, es funkelt wie ein Kleinod, jeder Satz ist ein Juwel. Ein solches Buch wärmt das Herz und die Seele, und zuweilen schafft es vielleicht sogar das Undenkbare: Man mag sich gerne mit dem eigenen Mittelmaß versöhnen. Für dieses besondere Werk hat Michael Cunningham den Pulitzerpreis bekommen.
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