hr-iNFO-Büchercheck: Der Club von Takis Würger


Cover Der Club Takis Würger

Takis Würger führt uns mit seinem Debüt „Der Club“ in die elitären Zirkel der britischen Universitäten. Zu Studenten, die sich zu etwas Besserem berufen fühlen und dabei jeglichen Skrupel ablegen. hr-iNFO Büchercheckerin Karin Trappe hat den Krimi gelesen.

Worum geht es?
Hans Stichler ist ein körperlich schwacher Junge, in der Schule wird er gemobbt, er lernt das Boxen, um stärker zu werden. Als seine Eltern früh sterben, er muss ins Internat – und als er das Abitur abgelegt hat, bittet ihn seine Tante Alex, an die Universität Cambridge zu kommen, an der sie selbst lehrt. Er solle dort, so sagt sie ihm, Mitglied des Pitt Clubs werden und herausfinden, was die Boxer der Universität dort machen. Es gehe um ein Verbrechen. Hans, einsam, sensibel und ohne Halt, verlässt Deutschland und zieht nach England. Seine Tante Alex macht ihn mit Charlotte bekannt, einer jungen Frau, in die er sich schnell verliebt. Und – er boxt, und das sogar sehr erfolgreich. Doch was ist mit dem Verbrechen, das er aufklären soll? Er fragt Charlotte:

„…Das sind Verbrecher in diesem Club“, sagte sie. „Ja, ich verstehe“. „Ich hoffe es“. „Was haben sie überhaupt getan?“, fragte ich. „Alex meint, ich soll dir das nicht sagen.“ „Woher kennst Du Alex überhaupt?“ „Sie betreut meine Doktorarbeit.“ „Und woher kennst du diesen Club? Ich dachte, da sind nur Männer?“ Ihr Mund sah weich aus. Kurz schwieg sie. „Du hast deine drei freien Fragen des Monats gestellt“, sagte sie. Ich wusste nicht, was ich darauf erwidern sollte.“

Wie ist es geschrieben?
Behutsam, vorsichtig voran tastend erzählt Takis Würger in „Der Club“ die Geschichte des schüchternen Studenten Hans, der benutzt wird, um ein Verbrechen aufzuklären. Aus verschiedenen Perspektiven erfahren wir, wie ein schon Jahrzehnte alter Ritus dieses Pitt Clubs aufgedeckt wird, der in seiner monströsen Abscheulichkeit erschreckt und verwirrt. Takis Würger führt langsam zum Kern des Geschehens hin, erst am Ende ist das Buch wirklich ein Kriminalroman, schildert es Verbrechen und Aufklärung.

Wie gefällt es?
Ich war selten so tief berührt von der Erzählung eines Verbrechens und seiner Konsequenzen– einer Straftat, über die sowohl in der Realität als auch in Kriminalromanen schon vielfach berichtet wurde. Aber Takis Würger hat mich das alles auf eine ungewöhnlich intensive Art spüren lassen, die Verzweiflung der Opfer wie auch die Überheblichkeit der Täter – das ist phänomenal und einzigartig. Ein literarischer Hochgenuss, der so wichtige Dinge wie Gerechtigkeit, Moral, Rache und vor allem Wahrheit verhandelt. Ein grandioses Buch.

Diesen Beitrag kommentieren

Bitte geben Sie hier Ihren Kommentar zu diesem Beitrag ein.

Ihr Lesetipp?


Schreiben Sie Ihre eigene Buch­em­pfeh­lung und wir ver­öffent­lichen sie auf unserer Website.

Spiegel Bestseller Belletristik (30/2017)


  1. Die Geschichte der Bienen von Lunde, Maja
  2. Zeiten des Aufbruchs von Korn, Carmen
  3. Corruption von Winslow, Don
  4. Stille Wasser von Leon, Donna
  5. Die Magie der tausend Welten. Die Mächtige von Canavan, Trudi
  6. Meine geniale Freundin von Ferrante, Elena
  7. Selfies von Adler-Olsen, Jussi
  8. Der letzte Befehl von Child, Lee
  9. Beren und Lúthien von Tolkien, J.R.R.
  10. Die fremde Königin von Gablé, Rebecca

Spiegel Bestseller Sachbücher (30/2017)


  1. Wunder wirken Wunder von Hirschhausen, Dr. med. Eckart von
  2. Heilen mit der Kraft der Natur von Michalsen, Prof. Dr. Andreas
  3. Das geheime Leben der Bäume von Wohlleben, Peter
  4. Homo Deus von Harari, Yuval Noah
  5. Penguin Bloom von Bloom, Cameron; Greive, Bradley Trevor
  6. Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur von Wulf, Andrea
  7. Wer wir waren von Willemsen, Roger
  8. Das Zeitalter des Zorns von Mishra, Pankaj
  9. Sonst knallt´s! von Weik, Matthias; Werner, Götz W.; Friedrich, Marc
  10. Die Getriebenen von Alexander, Robin

Jeden Donnerstag auf hr-iNFO:


Der "Büchercheck" stellt eine ausgewählte Neu­erscheinung vor. Wir sind Partner­buch­handlung. Näheres hier!

Büchergilde


Wir sind Partnerbuchhandlung der bibliophilen Buchgemein­schaft Bücher­gilde Gutenberg.

Regionale Literaturszene


Befreundete Autoren


  • Original Hanau: Der Underground-Künstler Helmut Wenske alias Chris Hyde
  • Literatur lokal: Das Literaturforum Hanau
  • Hartmut Barth-Engelbart ist der immer noch der alte Revoluzzer. Urgestein der Hanauer Szene, Lehrer, Musiker und Schriststeller.
  • Georg Klein erhielt 1999 den Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau, u.a. für seinen geheimnisvollen Agentenroman "Libisdissi". Leider ist die Website des Autors derzeit nicht aktiv. Näheres gibts bei Perlentaucher.
  • Claudia Schreiber ist die Autorin von "Emmas Glück", das bei der Aktion "Hanau liest ein Buch" im Juni 2005 von besonders vielen Hanauern und Hanauerinnen gelesen wurde. Zuletzt las sie für uns aus dem satirischen "Naturführer" "Heimische Frauenarten" im Frühjahr 2010.
  • Jan Seghers (Frankfurt-Krimi) alias Matthias Altenburg (literarische Romane) las bei uns aus seinen Krimis "Ein allzu schönes Mädchen" (2004) sowie "Die Braut im Schnee" (2005). Zuletzt las er für uns aus dem vierten Krimi um Kommissar Robert Marthaler "Die Akte Rosenherz" im Frühjahr 2010 (siehe "Rückblick).
  • Matthias Fischer las im Dezember 2007 bei uns aus seinem zweiten Main-Kinzig-Krimi "Tödliche Verwandlung" sowie aus dem dritten Teil "Schlafender Drache" im Dezember 2009 (siehe "Rückblick).
  • Jutta Wilke, lebt mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern in einem gemütlichen Haus in Hanau. Ihre Geschichten schreibt sie am liebsten dort, wo bei ihr das Leben tobt - am Küchentisch. Einblicke in ihr Leben als Autorin gibt sie im eigenen Autoren-Blog Ihr Jugendbuch "Holundermond" erschien Anfang 2011! Alle Bücher von Jutta Wilke anzeigen

© 2017 Buchladen am Freiheitsplatz | Impressum & Datenschutz | AGB | Widerrufsbelehrung | Kontakt | RSS | Atom