hr-iNFO Büchercheck: Jenseits von Yassin Musharbash


Jenseits Yassin Musharbash

Yassin Musharbash, ein Journalist mit deutschen und jordanischen Vorfahren, beschäftigt sich in seinem Polit-Thriller „Jenseits“ mit dem Terror des sogenannten Islamischen Staates.
hr-iNFO-Büchercheckerin Karin Trappe hat den Krimi gelesen.

 

Worum geht es?
Gent Sassenthin heißt dieser Mann, der zum Islam konvertiert und in den Krieg nach Syrien zieht. Sassenthin ist fortan beim IS in Rakka zuständig für die Handamputation von Dieben. Doch irgendwann will er zurück, nimmt Kontakt auf zu seinen Eltern. Die Eltern wenden sich an einen Sozialarbeiter von der Beratungsstelle Islamismus, der informiert die Sicherheitsbehörden, Sassenthin wird ein Fall für den Verfassungsschützer Sami Mukhtar. Dieser wiederum weiht die Journalistin Merle Schwalb ein. Alle wollen nur das Beste, manchmal auch nur für sich und die eigene Karriere. Aber sie wollen auch das Richtige, und verursachen doch eine Tragödie.

Wie ist es geschrieben?
Aus der Perspektive der wichtigsten Protagonisten kreist Autor Yassin Musharbash zunächst um den Kern der Sache, die Radikalisierung eines eigentlich unpolitischen Deutschen, der sich vom IS begeistern lässt. Die Sprache ist klar, direkt, die Dialoge knapp und treffend. Und als Gent signalisiert, nach Deutschland zurückkehren zu wollen und ein Treffen mit den Sicherheitsbehörden in Jordanien vorschlägt, zieht das Tempo auch sprachlich an. Schließlich fliegt der Verfassungsschützer Sami Mukhtar mit der Journalistin Merle Schwalb nach Jordanien. Auf dem Flug will sie wissen, worum es geht.

„Sami, ich weiß übrigens immer noch nicht, warum ich meine Kreditkarte um 500 Euro überzogen habe.“ „Wir treffen Gent. Also ICH treffe Gent.“ „Wie bitte?“ „Was hast du denn gedacht?“ „Keine Ahnung, vielleicht ein Treffen mit dem jordanischen Geheimdienst oder so?“ „Die wissen von nichts. Jedenfalls nicht von mir.“ „Das ist `ne große Sache, oder?“ „Größer wird`s nicht.“

Wie gefällt es?
Überzeugende Charaktere, langsam ansteigende Spannung, ein brandaktuelles Thema – „Jenseits“ von Yassin Musharbash hat mich nicht mehr losgelassen. Und ich habe auch gelernt: z.B. wie Konvertiten ticken können, wie Sicherheitsbehörden eigentlich mehr gegen- als miteinander arbeiten, in welchem Dilemma Journalisten stecken. „Jenseits“ ist ein Buch, das mich voll und ganz gefesselt, fasziniert und überzeugt hat.

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