hr-iNFO-Büchercheck: Monteperdido von Agustín Martínez


Monteperdido

Es geht nach Spanien, in ein kleines Dorf in den Hochpyrenäen. Hier sind vor fünf Jahren zwei elfjährige Mädchen spurlos verschwunden. Dieses Ereignis lastet noch immer auf den Bewohnern, da taucht eines Tages eines der Mädchen wieder auf. hr-iNFO Büchercheckerin Karin Trappe hat den Krimi gelesen.

Worum geht es?
Ein Auto ist in eine tiefe Schlucht gestürzt, nur die Beifahrerin, ein 16jähriges Mädchen, hat verletzt überlebt. Verwunderung und Freude sind groß, als man feststellt, dass es Ana ist, eines der beiden Mädchen, die vor fünf Jahren verschwanden. Doch wo ist Lucía, ihre beste Freundin? Aus Ana ist nur wenig herauszubekommen. Die aus Madrid angereiste Kommissarin Sara Campos nimmt die Suche nach dem Entführer auf.

“Ana hatte ihnen im Krankenhaus gesagt, dass der Mann sie nicht angerührt hatte. Dass er sie all die Jahre mit Missachtung gestraft hatte wie einen lästigen Störenfried. Doch der medizinische Bericht sagte etwas anderes. Ana hatte sexuelle Beziehungen gehabt, auch wenn sich nicht sagen ließ, wie oft oder wie häufig. Aber sie hatte vor mindestens zwei Jahren ihre Jungfräulichkeit verloren. „Meinst du, sie hat auch gelogen, als sie behauptete, dass sie sein Gesicht nie gesehen hat?“, fragte Sara. Mittlerweile erschien ihnen Anas ganze Aussage zweifelhaft. Es konnte alle möglichen Gründe für ihre Lügen geben, von Scham bis zu einer Blockade. „Ich weiß, es klingt verrückt … Aber was ist, wenn Ana gar nicht will, dass wir Lucía finden?“, fragte Sara.”

Ana benimmt sich merkwürdig – aber will sie wirklich den Täter schützen und verhindern, dass ihre Freundin gefunden wird?

Wie ist es geschrieben?
Agustín Martínez erzählt mit einer klaren Sprache eine wahnsinnig spannende Geschichte. Im Mittelpunkt das fast von der Außenwelt abgeschnittene Dorf: Man spürt förmlich die klaustrophobische Enge, diesen erzwungenen Zusammenhalt, ohne den niemand überleben könnte. Die Landschaft, das kleine Dorf in einer spektakulären Gebirgskulisse in den Hochpyrenäen, spielt dabei eine wichtige Rolle – manchmal sind diese Beschreibungen etwas zu gewollt geheimnistuerisch und wirken übertrieben. Das mindert aber nicht das enorme Lesevergnügen.

Wie gefällt es?
Bei nur wenigen Büchern muss ich mich ermahnen, es nicht in einem Rutsch auszulesen, weil es so spannend ist: bei „Monteperdido – Das Dorf der verschwundenen Mädchen“ ist es mir passiert. Da häufen sich dramatische Ereignisse, es gibt weitere Tote, die Kommissarin selbst ist unter Druck und manchmal hilflos – und irgendwann sind alle Dorfbewohner höchst verdächtig. Das ist sehr fein konstruiert und überzeugend geschrieben. Unbedingt empfehlenswert!

 

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