Catron von Anja Berger


Catron

Zwei unterschiedliche Schulen der Magie – Kira, eine Studentin aus Düsseldorf – ein Ruf aus einer fremden Welt. Bei einem Gewitter hört Kira hinter dem Sturm und Donner eine Stimme die um Hilfe bittet und eine leise Melodie, die sie mit ihrer Flöte aufgreift und variiert. Als nächstes findet sie sich in einer fremden Welt wieder; mit Menschen, die eine fremde Sprache sprechen und, in Kiras Augen, mit ziemlich primitiven Lebensumständen. Sie muss recht schnell lernen sich in dieser fremden Kultur zurecht zu finden.

Die Krönung des Ganzen – hier existiert Magie und Kira soll ebenfalls ein Talent dafür haben – „so ein Unsinn“ denkt sie, wird aber bald eines Besseren belehrt. Anja Berger hat mit “Catron“ den ersten Teil eines wunderbaren Fantasy-Epos geschaffen. Die Geschichte wird aus den Blickwinkeln der verschiedenen Protagonisten erzählt, was innerhalb der Kapitel durch die Überschrift mit den jeweiligen Namen und kleinen Zitaten gekennzeichnet wird. Sie versteht es sehr gut, dem Leser die Landschaften und Personen zu beschreiben und genug Freiraum für die eigene Fantasie zu lassen, so dass die fremde Welt sich individuell entfalten kann.

Für mich ergibt sich die Spannung in der Geschichte aus den Gegensätzen der Schulen in Quo und Catron – die eine lehrt, dass das Licht als einzig wahre Quelle alles durchdringt und die Wahrheit enthüllt; wogegen die andere lehrt, dass die Dunkelheit die einzig wahre Quelle für Schutz und Geborgenheit darstellt. Und nun steht Kira als Fremde zwischen diesen beiden Lehren und versucht ihren Weg zu finden, ihre Aufgabe, warum sie in diese seltsame Welt gerufen wurde. Kann sie das Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkel wieder herstellen? Welcher Schule soll sie sich anschließen um ihr magisches Talent ausbilden zu lassen? Ein Buch, um sich einfach hineinfallen zu lassen, in eine abenteuerliche, fantastische, magische Geschichte; aber auch um zwischen den Zeilen einige philosophische Perlen zu entdecken und darüber nachzudenken wieviel Quo oder Catron in uns selbst lebt. Sind unsere eigenen Überzeugungen ebenso fest verwurzelt oder können wir uns auch einmal deren andere Seite ansehen und vielleicht Teile von beiden als richtig erkennen, einige Grautöne im Leben zulassen. Mich hat es dermaßen gefesselt, dass es mir einige kurze Nächte bescherte, weil ich mit den Figuren mitgefiebert habe und nicht aufhören konnte. Die Autorin breitet, gerade wegen der unterschiedlichen Blickwinkel, eine sehr komplexe Geschichte vor uns aus, die durch ihren angenehmen, humorvollen Schreibstil begeistert. Besonders wenn man bedenkt, dass dieses ihr Erstlingswerk ist. Ein großes Talent, von dem ich sehr gerne noch viele Bücher lesen möchte.

Band 2 wird im Herbst erscheinen – ich freue mich schon sehr darauf!

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