Die Legenden von Astray 1. Tote Helden von Michael Peinkofer


Legende von Astray Tote Helden

Man sollte eines vorweg wissen: Man braucht ein wenig Durchhaltevermögen für dieses Buch. Aber man wird dafür definitiv belohnt. Erst ab Teil zwei hat die Geschichte tatsächlich an Fahrt aufgenommen. Nach einem etwas langwierigen Einblick haben wir das Gefühl, die Helden der Geschichte nun zu kennen.
Denkste! Wir wissen gar nichts über sie. Sie alle haben ihre dunklen Geheimnisse, verstecken ihre Vergangenheit, versuchen zu vergessen. Doch das drohende Unheil gönnt ihnen keinen Frieden.

Erzählt wird auf verschiedenen Ebenen. Die ProtagonistInnen sind sehr unterschiedlich, ja sogar facettenreich. Am spannendsten ist für mich Rayan, der Sänger, der die Gabe des Sehens hat. Was er sieht, ist ziemlich kryptisch. Ist es die Zukunft? Ist es die Vergangenheit? Ist es ein dystopisches Leben, das noch in der Schwebe steht, weil noch nicht alle Faktoren, die dies beeinflussen, in Kraft getreten sind? Egal was es ist – es ist unglaublich spannend und zieht mich magisch an.

Anfangs bin ich etwas genervt vom Narr des Königs. Der kleinwüchsige Mann mit dem seltsamen Namen, der nicht so recht in die Reihe seiner Mitmenschen passt. Doch dann wagt er einen Schritt, der die Politik Astrays beeinflusst. Doch warum macht er das? Möchte er wirklich helfen oder ist er sich selbst der Nächste? Nach und nach lerne ich ihn besser kennen und stelle fest: Er trägt ein Geheimnis mit sich, das fast ebenso düster ist wie der Abgrund. Was kann es nur sein, das er nur vergessen kann, wenn er sich bewusstlos säuft?

Des Weiteren stehen einige starke Frauen im Mittelpunkt. Darüber freue ich mich sehr, denn die gibt es nicht nur in der phantastischen Literatur zu wenig. Auch sie entwickeln sich nach und nach (dazu möchte ich aber nicht mehr verraten) und es werden Andeutungen gemacht, dass sie in Folgebänden eine wichtige Rolle einnehmen werden.

Natürlich geht es nicht nur um oberflächliche Streitigkeiten, sondern um politische Machtspielchen, Habgier und Hass auf Fremdes / Unbekanntes und wie sehr dies unser Weltgefüge aus der Balance bringen kann. Themen, die mühelos in der realen Welt angesiedelt werden könnten, dort aber ganz sicher nicht so spannend umschrieben werden würden, wie es Michael Peinkofer gelingt.

Das sehr komplexe und tiefgründige Ende dieses ersten Bandes der Astray-Saga hat mich so sehr mitgerissen, dass ich am liebsten sofort in Band zwei weitergelesen hätte. Der erscheint glücklicherweise schon im März 2018 unter dem Titel „Tiefer Zorn“ und ich bin mir sicher, dass der Name Programm sein wird.

Nanni bloggt auf ihrem Buchblog Fantasie & Träumerei und regelmäßig für den Buchladen am Freiheitsplatz.

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