hr-iNFO-Büchercheck: Terror-Tantchen von David Walliams


David Williams

In England kennt ihn jedes Kind. Den englischen Kinderbuch-Autor und Schauspieler David Walliams. Er gilt dort als erfolgreichster Kinderbuchautor der vergangenen Jahre. Und er wird dort auch als würdiger Nachfolger von Roald Dahl gehandelt: Ebenso wie bei Roald Dahl steckt ordentlich schwarzer Humor in seinen Kindergeschichten. hr-iNFO Büchercheckerin Corinna Tertel hat das Kinderbuch gelesen.

Worum geht es?
Um die fieseste aller Tanten und um ihre 12jährige Nichte Stella in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in England. Tante Alberta ist so breit wie hoch, da sie sich nur von Nachtisch ernährt. Sie trägt eine Sherlock-Holmes-Mütze, karierte Kniebundhosen und immer ihren großen Bayerischen Berg-Uhu “Wagner” auf der Hand. Alberta ist die größte Gefahr und die größte Peinigerin der 12jährigen Stella, der jungen Lady Stella von Saxby, Besitzerin von Saxby Hall, dem englischen Schloss einer verarmten Adelsfamilie. Stella hat ihre Eltern bei einem Unfall verloren und jetzt will die Tante ihr an den Kragen und ans Erbe: Sie will sich das Schloss Saxby Hall unter den Nagel reißen. Mit allen Mitteln. Und die scheußliche Tante schreckt vor keiner Grausamkeit zurück.

Wie ist es geschrieben?
Spannend und mit einer dicken Portion britischem Humor und etlichen makaberen Momenten. Schon als Kind hat die böse Alberta die Kerzen auf dem Geburtstagskuchen ihres Bruders gegen Dynamitstangen ausgetauscht. Wie die junge, wohlerzogene Stella, die einzige Überlebende ihrer Familie, aber versucht, ihrer Terror-Tante auf die Schliche zu kommen und diesem Albtraum an Schicksal zu entkommen, das hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Immer wieder erheiternd auch die für David Walliams typischen Aufzählungen. Als er etwa auflistet, welche Kunststücke Tante Alberta ihrem Großen Bayerischen Berguhu beigebracht hat:

„Er holte ihre Hausschuhe. • Er beherrschte Flugaufklärungsmanöver (ein militärischer Ausruck, den Alberta im Ersten Weltkrieg aufgeschnappt hatte und der bedeutete, etwas aus der Luft auszuspionieren). • Er warf sich im Sturzflug auf Kinderdrachen. • Er ließ im Sommer aus der Luft Stinkbomben auf das Dorffest fallen. • Er konnte Apfelstrudel backen.“

Wie gefällt es?
Auf jeden Fall ist „Terror-Tantchen“ eine packende Abenteuergeschichte. Die rund 400 reichlich illustrierten Seiten sind spannend und unterhaltsam zugleich. Vom Verlag ist das Buch für Kinder ab 10 Jahren empfohlen. Die jungen Leser sollten aber mit Folterszenen auf der Streckbank klarkommen und mit dem überall lauernden Tod zwischen den Buchdeckeln… Für Leseratten, die eher Pferdehof-Lektüre gewohnt sind, liefert „Terror Tantchen“ aber wohl etwas viel Albtraum-Material. – Apropos Ratten: Im Januar erscheint schon das nächste Buch von David Walliams. Es heißt „Ratten-Burger“. Und das beginnt mit dem Tod eines Hamsters…

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