Kalmann von Joachim B. Schmidt


Joachim B. Schmidt

Es gibt Bücher, da weiß man schon auf den ersten zwei Seiten „Ja, das ist es!“ Man ist sofort drinnen in dieser Welt und freut sich auf die all die kommenden Seiten. So ging es mir mit „Kalmann“, dem neuen Buch des Schweizer Schriftstelles Joachim B. Schmidt. Der Autor lebt in Island und hier spielt auch dieser Roman. Und zwar in Raufahrhövn, einem 200-Seelen-Ort im nördlichsten Zipfel des Landes. Der Held ist Kalmann, . . .

. . .  ein etwas sonderbarer, nicht mehr ganz junger Mann, der einsam auf Haifischjagd fährt und im Dorf mit Cowboyhut und Revolver herumläuft, als Sherriff von Raufarhövn. Der sich auf alles, was um ihn herum vorgeht, seinen eigenen Reim macht und uns so seine Geschichte erzählt. Eine Geschichte, die an Dramatik nichts zu wünschen übrig lässt. Denn der Besitzer des einzigen größeren Hotels am Ort ist verschwunden. Und Kalmann kommt eines Tages mit blutverschmierten Händen ins Dorf und kann sich an nichts erinnern.

Das ist der Plot von „Kalmann“, aber das Buch entwickelt seinen Bann nicht nur aus dieser spannungsgeladenen Story, sondern vor allem daraus, dass wir diesen Menschen mit seinen teils rührend naiven Gedanken und Empfindungen kennenlernen. Dass wir eintauchen in die Wahrnehmung der Welt dieses scheinbar nicht sehr klugen Menschen, der eigentlich nur Gutes tut und sich doch dabei zu verstricken droht. Aber der Sherriff von Raufarhöfn bekommt das schon hin – kein Grund zur Sorge!

Ein bisschen „Forrest Gump“, ein bisschen Island-Krimi und dabei ein so wunderbar warmherziges Buch, das einen zum Nachdenken und immer wieder auch zum Lachen bringt. Und mich tatsächlich bis zur letzten Seite begeistert hat.

Probieren Sie’s selbst aus, hier geht’s zur Leseprobe.

Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Annette Pfannenschmidt sagt:

    Guten Mogen, Herr Dausien,

    jetzt schreibe ich zum aller ersten Mal etwas hinein in dieses Feld, WEIL ich mich unbedingt bedanken möchte für die schöne Rezension von Kalmann, das für mich DAS Buch dieses Jahres ist. Und inzwischen weiß ich auch warum, weil es etwas Versöhnliches hat, da die uns unmittelbar von Anfang an ans Herz gewachsene Hauptfigur in seiner vermeintlichen Schlichtheit den Leser an die Hand nimmt und ihm zu vermitteln weiß:Alles wird gut. Und Kalmann hat es ja nun wirklich nicht leicht, dennoch hadert er nicht. Ach, ein Buch, das nahezu perfekt ist. Atmosphäre, Spannung, Figurenzeichnung – hier stimmt einfach alles. Für mich ein ganz starker Kandidat das Lieblingsbuch der Unabhängigen Buchhandlungen 2020 zu werden. Allein um sich für diese Art von Geschichten ein zu setzen lohnt unser wunderbare Beruf!!!! Viele Grüße nach Hanau von Annette Pfannenschmidt, Buchhandlung Karmanns Schöne Seiten in Schlüchtern

  2. Bernd Schuppner-Schiff sagt:

    Lieber Dieter,
    im Sommer 2020 von Dir besprochen – im Frühling 2021 hab ich dann „Kalmann“ gelesen und bin genauso begeistert von diesem wundervollen Buch. Der Plot zieht einen in die Geschichte rein, die Gedanken, Darstellungen und Reaktionen der Hauptperson Kalmann aber lassen mich als Leser öfters gerührt verweilen und hoffen, die Geschichte möge nicht zu Ende gehen.
    Das Buch könnte auch einen Inklusions-Preis bekommen: ohne Etiketten, vor allem ohne jedwede diagnostische Etikettierung wird dieser wundersame liebenswürdige Mensch mit seinen Besonderheiten und seinem „abweichenden Verhalten“ beschrieben. Und eines ist klar: er gehört dazu, ist im Dorf verankert und akzeptiert – am Anfang wie am guten Ende der Geschichte erst recht.
    Ich habe für mich entschieden: unbedingt zwei mal lesen!!!
    Vielen Dank für diese Empfehlung! Schöne Grüße, Bernd.

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