Sephira – Ritter der Zeit: Die Bruderschaft der Schatten von Corina Bomann


Die Bruderschaft der Schatten

„Neun Gestalten in schwarzen Gewändern hatten sich hinter der steinernen Balustrade verteilt. Stumm und mit kapuzenverdunkelten Gesichtern beobachteten sie die beiden Kämpfenden, einen Mann und eine Frau, die mit ihren nackten Füßen den Sand aufwühlten, der immer wieder aus der Wüste herbeigeschafft wurde, um hier in unterirdischer Finsternis Blut aufzunehmen“ (S. 7)

Wow, was für ein Buch! Ich habe das obere Zitat, das aus dem Prolog der Geschichte stammt, an den Anfang meiner Rezension gestellt, um euch einen Einblick in die grandiose Schreibe der Autorin zu vermitteln. Schon nach den ersten Seiten war ich von der Handlung und den Personen komplett gefesselt. Corina Bomann gelingt es, Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen, die mich direkt in die Geschichte hineinziehen. Oftmals geht es mir bei langen Landschafts- oder Situationsbeschreibungen so, dass ich diese Passagen gerne überlesen oder überblättern würde. In „Die Bruderschaft der Schatten“ war das komplett anders. Schon lange hat mich kein Schreibstil mehr so fasziniert. Meiner Meinung nach kann sich Bomann mit den ganz großen Autoren der Highfantasy messen.

Angesiedelt ist das erste Buch dieser Reihe im Jahr 1187. Auf dem Klappentext wird das Buch als Historienfantasy bezeichnet. Und so siedelt die Autorin ihre Fantasyhandlung, die ich bisher so noch in keinem Buch gelesen habe, in mitten der Glaubenskriege zwischen den Christen und den Moslems an:

Als das Schiff von Laurina und ihrem Wikingervolk in einem Sturm untergeht, strandet die beinahe 18jährige als einzige Überlebende in der Nähe von Alexandria. Gefunden wird sie von Gabriel, der – wie sich bald herausstellt – Mitglied einer geheimen Bruderschaft ist. Als Sayd, der Anführer der Assassinen, in Laurina etwas Besonderes entdeckt, soll auch sie Teil dieser Bruderschaft und damit unsterblich gemacht werden, doch vorher muss sie einige Aufgaben und vor allem den letzten entscheidenden Kampf gegen Sayd gewinnen. Gelingt es ihr nicht, ihm im Kampf die ausschlaggebende siebte Wunde zuzufügen, wird sie sterben müssen.

Neben der mitreißenden Handlung und Atmosphäre des Buches und der tollen, meiner Meinung nach neuartigen Idee, überzeugt die Geschichte durch ihre vielen interessant gezeichneten Charaktere. Frau Bomann verleiht nicht nur ihren beiden Hauptcharakteren Laurina und Gabriel liebenswerte und überzeugende Eigenschaften, sondern lässt im Verlauf der Geschichte auch immer mehr Nebenfiguren in den Vordergrund treten, die allesamt detailreich dargestellt werden. Ebenso wie Laurina fällt es dem Leser nicht leicht, zum Beispiel Sayd oder andere Assassinen in das Gut-Böse-Schema einzuordnen, was den Verlauf der Geschichte nur noch spannender macht.

Ich habe dieses Buch unheimlich gerne gelesen. Endlich mal wieder ein tolle Highfantasy, die alles zu bieten hat, was man sich als Leser nur wünschen kann: eine interessante, spannende Handlung, glaubhafte Charaktere und vor allem ein unglaublich mitreißender Schreibstil.
Ich kann es jetzt schon kaum erwarten, den zweiten Teil zu lesen, der in den nächsten Monaten erscheinen wird.

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