Valerie Fritsch erhält den Brüder-Grimm-Preis für Literatur der Stadt Hanau 2020


Valerie Fritsch

Mit dem Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau 2020 wird Valerie Fritsch für ihren Roman „Herzklappen von Johnson & Johnson“ ausgezeichnet. Die Jury votierte einstimmig für das im Suhrkamp Verlag erschienene Buch. Der Preis, der mit 10.000 Euro dotiert ist, wird vom Hanauer OB Claus Kaminsky am Freitag, 20. November 2020, 20 Uhr, im Kulturforum Hanau verliehen, selbstverständlich corona-konform.

Der Roman ‘Herzklappen von Johnson & Johnson’, erzählt in einer Prosa von hoher atmosphärischer Dichte und mit einer an der Präzision der Photographie geschulten Genauigkeit der Wahrnehmung die Geschichte einer Familie über drei Generationen hinweg“, schreibt die Jury in ihrer Begründung. Mit großem Gespür für Klang und Rhythmus der Sprache schildere Valerie Fritsch „in trennscharfen Bildern die Wirkungen des Schweigens und vergegenwärtige die Notwendigkeit des Schmerzes im Leben: ausdrucksstark, lebensnah und mit beeindruckender Sensibilität für seelische Schattierungen.

Valerie Fritsch wurde 1989 in Graz geboren, hat angewandte Fotografie studiert und bezeichnet sich selbst als Schriftstellerin, Polaroidphotographin und Reisende. Sie hat bisher Romane, Erzählungen, Essays und Gedichte veröffentlicht. Ihr Schaffen wird stark durch eine intensive Reisetätigkeit beeinflusst, sechs bis sieben Monate im Jahr verbringt sie im Ausland. Für die Recherche ihres Romans “Herzklappen von Johnson & Johnson” reiste Fritsch 16.000 Kilometer mit dem Auto von Graz nach Kasachstan.

Der Klappentext beschreibt das Buch so: Alma und Friedrich bekommen ein Kind, das keinen Schmerz empfinden kann. In ständiger Sorge um ihren Jungen ist es vor allem Alma, die ihn unaufhörlich auf körperliche Unversehrtheit kontrolliert. Jeden Abend tastet sie das Kind ab, um keine Blessur zu übersehen. Und nichts fürchtet die junge Mutter mehr als die unsichtbare Verletzung eines Organs, die ohne ein Zeichen bleibt. Halt findet Alma bei ihrer Großmutter, die jetzt, hochbetagt und bettlägerig und nach lebenslangem Schweigen, zu erzählen beginnt: vom Aufwachsen im Krieg, von Flucht, Hunger und der Kriegsgefangenschaft des Großvaters. Mit dem Kind auf dem Schoß, das keinen Schmerz kennt, sitzt Alma am Bett der Schwerkranken, die sich nichts mehr wünscht, als ihren Schmerz zu überwinden. Und in den Geschichten der Großmutter findet sie eine Erklärung für jene scheinbar grundlosen Gefühle der Schuld, der Ohnmacht und der Verlorenheit, die sie ihr Leben lang begleiten.”

Valerie Fritsch  „Herzklappen von Johnson & Johnson“ stand bereits für den Deutschen Buchpreis 2020 auf der Longlist.

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